Die Olympiade des Frankenweins

Mainpost, 09.11.2009

Landwirtschaftsminister Brunner vergibt Staatsehrenpreise

Seit über 50 Jahren gibt es die fränkische Weinprämierung. Inzwischen treten zur „Olympiade des Frankenweins“ von rund 17.000 jährlich in Franken produzierten Weinen ein Fünftel um Gold, Silber und Bronze an. Höhepunkt der alljährlichen Prämierung ist die Vergabe der Bayerischen Staatsehrenpreise, zu der Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner am Samstag ins ausverkaufte Vogel Convention Center nach Würzburg gekommen war.

Zum fünften Mal feierten Frankens Winzer die Preisvergabe als „Gala des Frankenweins“. Um einen Staatsehrenpreis zu erhalten, muss ein Weinbaubetrieb über drei Jahre hinweg in seiner Klasse den höchsten Anteil prämierter Weine an der Gesamtproduktion aufweisen.
 

Der Staatsehrenpreis zeichnet nach den Worten des Ministers absolute Spitzenleistungen aus und bietet den Verbrauchern eine wertvolle Orientierungshilfe. „Die Prämierungen sind die Krönung langjähriger erfolgreicher Qualitätsanstrengungen und dienen als Anregung, in den Bemühungen um Qualität nicht nachzulassen“, sagte Brunner. Die Fülle der nationalen und internationalen Auszeichnungen in den vergangenen Jahren belege eindrucksvoll, dass die fränkischen Winzer auf dem richtigen Weg seien.


Drei fränkische Weingüter wurden mit Staatsehrenpreisen bedacht: (von links) das Würzburger Bürgerspital zum Heiligen Geist, vertreten durch Robert Haller und Sonja Höferlin, das Escherndorfer Weingut Rainer Sauer und das Weingut A.& E. Rippstein aus Sand am Main, vertreten durch Matthias Rippstein.

Von Prinzessinnen flankiert

Begleitet von fränkischen Weinprinzessinnen schritten die ausgezeichneten Winzer auf die Bühne. Die Staatsehrenpreise für das Jahr 2009 erhielten in der Gruppe bis vier Hektar Ertragsrebfläche das Weingut A. & E. Rippstein aus Sand am Main. Den Preis nahm Winzer Matthias Rippstein für einen 2008er Sander Kronberg Silvaner Qualitätswein trocken entgegen.

Preisträger der Gruppe bis 40 Hektar ist das Weingut Rainer Sauer aus Escherndorf. Den Preis bekam er für einen 2008er Silvaner „L“, Spätlese trocken vom Escherndorfer Lump.

In der Gruppe der Betriebe mit mehr als 40 Hektar Ertragsrebfläche durfte die hohe Auszeichnung das Weingut Bürgerspital zum Heiligen Geist in Würzburg für einen 2008er Würzburger Stein Weißer Burgunder Kabinett trocken Holzfass entgegennehmen. Die Urkunde überreichte Brunner den beiden Weingutsdirektoren Sonja Höferlin (Vertrieb/Marketing) und Robert Haller (Weinbau/Kellerwirtschaft).

In diesem Jahr haben laut Hermann Mengler, Bevollmächtigter für die Weinprämierung, 2342 Weine und damit fast ebenso viele wie im Vorjahr teilgenommen. 87,4 Prozent bekamen Edelmetall – ein Rekordergebnis. Allerdings gab es mit 20,9 Prozent weniger Goldmedaillen als im Vorjahr. Es wurden 490 Medaillen in Gold, 1054 in Silber und 502 in Bronze vergeben. In Siegerlaune zeigte sich in seinem Jubiläumsjahr der Grüne Silvaner, der es auf eine Auszeichnungsquote von 91,9 Prozent brachte.

Zum Auftakt eine Polonaise

Die Gala im festlich geschmückten VCC wurde auch diesmal von der früheren Fränkischen und Deutschen Weinkönigin Nicole Then und BR-Moderator Axel-Robert Müller moderiert. Zum Auftakt des Balles zeigten fränkische Jungwinzer mit ihren Damen eine Polonaise, die sie mit der Würzburger Tanzlehrerin Bettina Bäulke einstudiert hatten. Den Tanz zur Musik das Orchesters Otti Bauer aus Bad Kissingen eröffneten Minister Brunner und die Fränkische Weinkönigin Anna Saum, bevor schließlich das Buffet in der Vorhalle gestürmt werden durfte.

Herbert Kriener