Der Wein ist mit über 6.000 bekannten und nachgewiesenen Inhaltsstoffen das reichhaltigste Getränk überhaupt. Diese Extrakte und daraus resultierenden Aromen werden von der Sorte, vom Terroir und vom Winzer geprägt. Sie kommen in der Farbe und Farbdichte, dem Bukett, dem Geschmack, der Länge und Intensität des Abgangs und im Zusammenspiel all dieser Faktoren (Harmonie) zum Ausdruck. Auch die Trinktemperatur, das Umfeld und das Glas haben beim Degustieren einen wichtigen Einfluss.
Mit der Zunge schmeckbar ist lediglich salzig, sauer, bitter und süß. Aus der Säure und vor allem der Süße leiten sich die bekannten Geschmacksrichtungen für die Weinbezeichnung ab:
Trocken ist die Bezeichnung für vollständig durchgegorene Weine oder Weine mit einem geringen Restzuckergehalt (maximal 9 Gramm pro Liter). Sie sind herb und kräftig, jedoch keinesfalls sauer. Geschätzt werden trockene Weine vor allem als bekömmliche Begleiter vieler Speisen.
Unsere feinherben Weine tragen das Prädikat Kabinett und haben einen Restzuckergehalt bis ca. 20 Gramm, bei etwas höheren Säurewerten auch bis 25 Gramm pro Liter. Sie werden von ihrem fruchtigen Charakter geprägt und haben ein dezentes Säurespiel. Eine große Stärke feinherber Weine ist deren Vielseitigkeit: Sie harmonieren vorzüglich zu vielem Leckeren aus der Küche und sind solo fast unübertrefflich.
Edelsüße Weine sind von feinster Süße und an den traditionellen Prädikaten Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein erkennbar. Durch Edelfäule oder Kälte (Eiswein) kann sich der Zuckergehalt in den Trauben enorm konzentrieren, mit ihm auch alle anderen Inhaltsstoffe. Vor allem als Aperitif, Digestif oder zum Dessert bereichern edelsüße Weine jedes Menü.
Für Diabetiker geeignet: Früher waren dem Diabetiker lediglich trockene Weine bis zu einem Zuckergehalt von 4 g/l erlaubt - und das ist nicht jedermanns Geschmack. Als Maßstab gilt aber weniger der Gesamtzuckergehalt als der Glucoseanteil, also der Zucker, der dem Diabetiker in erster Linie schadet. Damit sind nun auch Weine bis zu 20 g/l für Diabetiker zugelassen, wenn die Glucose unter 4 g/l liegt. Der Alkoholgehalt ist auf 12 Vol.% beschränkt, die gesamte schweflige Säure auf 150 mg/l. So gibt es auch feinherbe Diabetikerweine, die sogar lieblich schmecken, denn die diabetikerfreundliche Fructose, die bei solchen Weinen den Hauptzuckeranteil ausmacht, hat eine deutlich höhere Süßkraft als die Glucose.