... gepflegt leben.

Aus der Geschichte

Johannes von Steren (ca. 1270 - 1329), ein Würzburger Patrizier ministerialischer Herkunft, überließ um 1316 ein Anwesen am bis heute traditionellen Standort zur Aufnahme pflegebedürftiger Menschen und begründete damit die Stiftung, seit dem 16. Jahrhundert Bürgerspital genannt.

 

In einer Urkunde vom 23. Juni 1319, auch Schiedsbrief genannt, bestätigte Fürstbischof Gottfried von Hohenlohe die teilweise Exemtion des "Neuen Spitals" und die Verwaltung durch drei bürgerliche Pfleger. Mit der schnell anwachsenden Zahl der Stadtbevölkerung wurde es nötig, dass sich die Bürger an der bisher allein von der Kirche getragenen Sozialfürsorge beteiligten.

(Bild rechts: Grabstein des 1329 gestorbenen Spitalgründers Johann von Steren, am 16. März 1945 zerstört)

Am 2. Januar 1321, sofort nach dem Eintreffen der päpstlichen Bestätigung der Stiftungsgründung, erfolgte die wirtschaftliche Ausstattung des neuen Spitals durch die Stifterfamilie. Für die Spitalbewohner wurden jährlich 30 Malter Roggen zur Verfügung gestellt. Die Stifterfamilie garantierte dauerhaft diese Naturalversorgung durch Pfandverschreibung an 13 Morgen Weinbergen im Sand und am Lindach, deren spätere Übertragung sie zusätzlich in Aussicht stellte. Gleichzeitig übertrug sie für den Spitalbetrieb jährliche Zinseinnahmen in Höhe von drei Pfund Würzburger Pfennigen an verschiedenen anderen Pfandobjekten. Ebenso überließen Johannes von Steren und seine Ehefrau Mergardis auch drei Häuser, von denen eines sofort in den Spitalbetrieb einbezogen wurde "zur Aufnahme neu ankommender bedürftiger Gesunder" (Hospizzweck). Drei Gartengrundstücke und ein "zu den Rosen" genannter Hof rundeten die Nachdotation ab. Den Betrieb des Spitals alleine zu finanzieren reichte die Finanzkraft der Stifterfamilie nicht aus. Der Gründungsakt um 1316 war die Initialzündung einer von der Bürgerschaft getragenen Sozialstiftung, so wie es das älteste "Siegel des Neuen Spitals der Bürgerschaft von Würzburg" (um 1340) schon dokumentiert.

Um 1340 entstandener Gnadenstuhl

Zahlreiche Zustiftungen sicherten den Betrieb des "Neuen Spitals" und die Versorgung der "Insassen". Vor allem Frauen haben schon zwei Jahre nach dem Tod des Stifters die Tradition einer nicht abreißenden Kette von bürgerlichen Zustiftungen begründet. Die größte Zustiftung in der Geschichte des Bürgerspitals erfolgte im Jahre 1340 durch die Brüder Rüdiger und Wölflin Teufel mit der Übertragung ihres Besitzes im Dorf Laub und durch die Robert und Margret Krick-Stiftung im Jahre 2000.

Bürgermeister und Rat der Stadt übertrugen schon im gleichen Jahr der Stiftung das älteste "Siechenhaus" in Würzburg, den Wöllrieder Hof zur vermögensmäßigen Nutzung. Kurze Zeit später übernahm das "Neue Spital" das Pfründnerwesen. Allgemein wurden die Hauptspitäler zu bürgerlichen Versorgungsanstalten. Es wurde immer beliebter sich zur sicheren Altersversorgung eine "Pfründe" im Spital zu kaufen.

Papst Johannes XXII. bestätigt die Gründung des Bürgerspitals, Avignon 01.10.1320.
Das große Format der Urkunde, die sorgfältige und schöne Schrift, die großen Initialen der Satzanfänge, besonders aber die Befestigung der Bulle an Seidenfäden zeigen an, dass es sich um eine wichtige Rechtsverleihung, nicht um eine bloße Justiz- oder Verwaltungsentscheidung des Papstes handelt.

Durch die Zustiftungen an Geld und Liegenschaften wurde die Verwaltung der Renten-, Zins-, Zehnt- und Gülteinnahmen sehr bald zur wirtschaftlichen Hauptsäule des Spitals. Nach dem ältesten Vermögensverzeichnis von 1583 war das Bürgerspital zu dieser Zeit auch Grundherr in Laub und von vier Lehenhöfen in Unterpleichfeld sowie von jeweils einem Lehenhof in Ingolstadt und Erlach.

In Würzburg verfügte das Spital zu dieser Zeit bereits über umfangreichen Grundbesitz. Auch die 58 ha Ackerland und 10 ha Weinbergsbesitz trugen zur Versorgung der Pfründner bei.

Das Bürgerspital sorgte 1869 für 100 "besitzlose" Bewohner (Durchschnittsalter 70,5 Jahre) mit einem Kostenaufwand von 300 Gulden, außerdem für 18 Kostgänger und 10 äußere arme Pfründner. Im 19. Jahrhundert wurde das Weingut von 12 ha auf 35 ha ausgebaut. Durch den Kauf der Schlüpferleinsmühle 1836 mit 100 ha, des Rothhofes 1894 mit 60 ha und des Straußhofes 1898 mit 48 ha wurde der Liegenschaftsbesitz auf über 316 ha vergrößert.

Das Bürgerspital um 1600

Im Jahre 1933 wurden 60 arme Pfründner, 13 Pensionäre und 43 äußere Pfründner versorgt. Zu dieser Zeit umfasste der Grundbesitz das Anstaltsgebäude mit Hausbesitz in einer Größe von ca. 1,6 ha, das Weingut mit 75 ha, die Gutshöfe mit 165,7 ha und Einzelgrundstücke mit 8,3 ha. Das Weingut erntete 1.316 hl (1934: 2.145 hl), hatte einen Lagerbestand von 1.797 hl und verkaufte 1.573 hl. 

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